Loriot und die Rennbahn

Am Anfang steht Loriot. Sein Sketch »Wo laufen sie denn« von 1972 ist unten verlinkt. Aber Loriot ist gar nicht der Urheber der Frage. Seine Version geht zurück auf die schon 1926 aufgenommenen »Rennbahngespräche« von Bendow und Paul Morgan. Vor fast 100 Jahren gab's natürlich noch kein Streaming, damals wurden nur die Worte auf Schallplatte gebannt. Zur bekannten Redewendung wurde die Frage erst durch Loriots Umsetzung als Zeichentrickfilm.

Läuft!

Dass es bei den Laufenden um Pferde geht, soll uns nicht weiter stören. Pferde laufen, Menschen laufen. Wo und wie sie laufen, das soll uns das Livetracking verraten, denn das beschränkt sich nicht auf die Sendungsverfolgung von Paketen. Längst hat sich Tracking auch im Sport etabliert, nicht nur der Profisport setzt darauf, auch  Freizeitläufer*innen. profitieren davon. Wenn man sich als Normalläufer*in schon auf die Marathonstrecke begibt, will man schließlich unbedingt wissen, wie schnell und wo genau man in jedem beliebigen Augenblick des Laufs unterwegs ist und dies natürlich auch via Social Media der ganzen Welt mitteilen. Also zumindest dem Teil der Welt, die sich dafür interessiert – die nächsten ein bis zwei Angehörigen vielleicht, die auf diese Weise mitbekommen, wo sie den Möchtegern-Marathoni schlimmstenfalls einsammeln können.

Magischer Kartenzauber

Hier kommt Harry Potter ins Spiel. Mir ist nicht bekannt, ob er je einen Marathon gelaufen ist. Ich weiß aber, dass Harry die magische Karte des Rumtreibers in Band 3 der Buchreihe (»Der Gefangene von Askaban«) erhält. Ein Blick auf die Karte genügt, schon weiß der Zauberer, wo genau im Bereich von Hogwarts sich welche Person gerade aufhält und wohin sie sich bewegt. Die Rennbahn-Frage erübrigt sich mit dieser Erfindung, die dummerweise uns gewöhnlichen Sterblichen (aka »Muggels«) nicht zur Verfügung steht.

GPS-Gadgets

Deshalb wurde das Livetracking erfunden, das die Karte des Rumtreibers noch übertrifft. Denn fleißige Freizeitathlet*innen wollen nicht nur die zurückgelegte Strecke verfolgen, sondern vor allem wissen, welche rekordverdächtige Zeit sie gelaufen sind. Die Digitalisierung des Freizeitsports lässt sich nicht aufhalten. Wer etwas auf seine Fitness hält, hat sein Training mit Fitnesstracker, -Uhr, -Armband oder -Ring und dazu passenden Apps und Gadgets fest im Blick.

Wenn es darum geht, den Ort zu bestimmen, setzen all diese Geräte auf GPS, das ist die Abkürzung für Global Positioning System bzw. auf Deutsch für Globales Positionsbestimmungssystem. Dieses System zur Bestimmung der Position mithilfe von Satelliten wurde seit den 1970er-Jahren zunächst für militärische Zwecke entwickelt. Seit GPS im Jahr 2000 zur zivilen Nutzung freigegeben wurde, hat es sich in den verschiedensten Lebensbereichen etabliert, vom Navi im Auto über die Positionsbestimmung auf Schiffen und in Flugzeugen zu Outdoor-Aktivitäten wie Bergsteigen oder Radtouren. Oder bei Läufen aller Art.

Andere BETA-Ǝ-Beiträge: