Digitalisierungsblog war eine Zeitlang unser Arbeitstitel für das Beta-Ǝ-Blog. Keine gute Idee, wie sich schnell herausstellte, denn Digitalisierung ist ja überall. Nur noch nicht immer da, wo sie uns allen wirklich nützt. Einigen wir uns an dieser Stelle darauf, dass am Anfang der digitalen Welt die digitale Schaltung steht und die ist wiederum dual oder binär: Im Prinzip braucht man in einem solchen System nur die beiden Ziffern 0 und 1. Ein Bit ist übrigens die kleinste darstellbare Datenmenge darin.

Das führt uns direkt zum ersten Eintrag im Alphabet der Digitalisierung – spezielle Technik-Kenntnisse sind nicht nötig.

analog
... im technischen Sinn bedeutet kontinuierlich, stufenlos. Eine analoge Armbanduhr z. B. hat ein Ziffernblatt mit Stunden- und Minutenzeigern, die ganz allmählich weiterrücken. Die Anzeige einer digitalen Armbanduhr springt dagegen von Minute zu Minute weiter. Ja, es gibt auch analoge und digitale Uhren mit Sekundenanzeige. Aber ihr versteht das Prinzip, nicht wahr?

Begriffsbestimmung
Das griechische Wort análogos, der Ursprung für das Wort analog, bedeutet eigentlich »der Vernunft entsprechend«. Noch Fragen?

Computer
Ohne sie müssten wir keine Gedanken an Digitalisierung verschwenden. Computer sind eigentlich so eine Art Rechengeräte, die immer größere Datenmengen in immer kürzerere Zeit verarbeiten können. Als Vorläufer der Computer gilt die mechanische Rechenmaschine »Analytical Engine«, deren Konzept Charles Babbage und Ada Lovelace in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erdachten und entwickelten.

digital
... ist abgeleitet von englisch digital. Das Substantiv dazu heißt digit und das ist eigentlich nichts weiter als der zum Zählen benutzte Finger. Genau das ist auch die Bedeutung des noch älteren lateinischen Worts digitus: Finger, Zehe. Ihr kennt das ja, wie man Kindern das Zählen beibringt: Man streckt Finger für Finger aus und sagt das Zahlwort dazu. Ganz einfach also. Das

EDV
Um Datenverarbeitung ging es schon Ada Lovelace. Elektronisch funktioniert die Verarbeitung von Daten sehr viel schneller als mechanisch, deshalb meinen wir heute fast immer die elektronische Datenverabeitung, kurz EDV. Sie umfasst mehrere Bereiche von der Erfassung von Daten über ihre Verarbeitung bis zur Ausgabe auf einem Display oder einem Speichermedium und steckt heute überall: im Smartphone oder Tablet ebenso wie in der Kaffeemaschine oder dem Saugroboter, aber auch im Auto oder im E-Bike – um nur einige Geräte aus unserem Alltag zu nennen.

FAQ
... braucht man eigentlich überall im Leben – besser gesagt die Antworten darauf. Denn FAQ steht bekanntlich für »Frequently Asked Questions« und das sind häufig gestellte Fragen. So richtig populär wurden sie aber erst mit dem Internet.

Gestatten: Graf Googol
Okay, ein ziemlich lahmer Witz. Aber Googol gibt es wirklich: In der englischen Sprache steht das Wort für die Zahl 10 hoch 100. Ausgeschrieben als Zahl ist das eine 1 mit hundert Nullen – ziemlich digital sieht das aus. Eine gewisse Suchmaschine leugnet nicht den Zusammenhang von Googol mit ihrem eigenen Namen. Und Grafen kennt die digitale Welt in großer Menge, allerdings vor allem in der älteren Schreibung Graphen. Sie dienen der Darstellung von Relationen, oft in Form von Linien und Knotenpunkten. Man muss kein Mathematiker sein, um Graphen zu erstellen. Weit verbreitet ist z. B. die schematische Darstellung von Stammbäumen mit Namenskästchen und Verbindungslinien.

HR
... könnte für High Resolution stehen, also für die hohe Auflösung von Bildern oder Grafiken. Stattdessen meint HR heute »Human Resources«. Die deutsche Entsprechung Humankapital klingt eher unmenschlich, auch Personalwesen ist nicht das schönste deutsche Wort. Sagen wir so: Es menschelt auch in der digitalen Welt. Die kann noch so mathematisch und technisch sein: Am Ende steckt immer ein Mensch dahinter, davor, daneben, darin. Und so verstehen auch wir digitale Technik und neueste Data Solutions: von Menschen – für Menschen.

IT
Informationstechnik (kurz: IT) als Oberbegriff ist mehr als die Datenverarbeitung: Es geht um alle Arten von Technik, mit denen Informationen systematisch digital erfasst, übermittelt, verarbeitet und gespeichert werden. Informationstechnologie gibt's auch: Die Unterscheidung zwischen beiden Begriffen oft unscharf. Man könnte sagen, dass es bei der Technologie eher um die Wissenschaft von der Technik geht. Klingt schwammig und damit wenig digital. Denn dabei geht es, wir erinnern uns, immer um eine Schaltung mit einer genau definierten Zahl von Möglichkeiten.

JavaScript
Java gilt als eine vergleichsweise einfache objektorientierte Programmiersprache. So leicht aber auch wieder nicht, dass man ohne Vorwissen direkt mit Coden loslegen könnte. Und Java darf nicht verwechselt werden mit JavaScript. Die Namensähnlichkeit hat mehr historische Gründe (eine Kooperation der Entwicklerfirmen) als inhaltliche oder technische. JavaScript ist vielen bekannt, weil die Skriptsprache in HTML-Seiten eingebettet wird und damit interaktive Webanwendungen ermöglicht. Auch als Norbert Normalsurfer und Nicht-Coderin stößt man deshalb manchmal auf die Meldung: JavaScript muss aktiviert sein.

KI oder AI?
Das ist gehupft wie gesprungen. KI steht für Künstliche Intelligenz, ein typisch deutscher Begriff also. Englischsprachige kennen AI als Kurzform für »Artificial Intelligence« oder auch auf gut Fachchinesisch-Deutsch: artifizielle Intelligenz. Da haben wir mal wieder einen Begriff, der einem an jeder Ecke begegnet, gleichzeitig aber gar nicht leicht zu definieren ist. Das fängt an mit der Frage, was überhaupt Intelligenz ist. Meine sehr zweifelhafte Interpretation ist, dass es um automatisierte maschinelle Prozesse geht, die so tun, als bildeten sie menschliches Verhalten ab. Lassen wir die Theorie und wenden wir uns der Praxis der KI zu: Die kann für Roboter verwendet werden, für das Internet der Dinge im Smart Home, für Spracherkennung und Sprachsteuerung – ich sag nur Alexa –, für selbstfahrende Autos. Aber das ist wirklich nur ein winziger Ausschnitt der Möglichkeiten. Oft merken wir gar nicht mehr, wo überall KI am Werk ist: in Suchmaschinen, bei der Bilderkennung, bei automatischen Übersetzungen und so weiter und so fort.

Low Code
Computer-Programme sind heute so komplex, dass sie nicht mal eben aus dem Nerd-Ärmel geschüttelt werden können. Vielleicht erinnert sich der eine oder die andere noch an die Programmiersprache BASIC, mit der in den 1990er-Jahren viele ihre ersten Schritte in die Welt der damals neuen Personal Computer machten. Heutige Programme sind davon weit entfernt an Umfang und Möglichkeiten. Weil aber nicht jedes einzelne Programmier-Rädchen ständig neu erfunden werden muss, setzte man irgendwann auf WYSIWYG-Editoren, wobei WYSIWYG für »What you see is what you get« steht. Damit wurde es auch Nicht-Programmierern möglich, z. B. Websites zu erstellen. Low Code ist eine aktuellere Variante: Aufbauend auf einem festgelegten Quellcode können mit geringerem Programmiereinsatz zusätzliche features eingefügt werden.

Mobile first
In den Anfangszeiten des WWW gab es auf einigen Websites einen kleinen Zusatz, der ungefähr so lautete: Wird am besten angezeigt mit Browser soundso. Manchmal fühlt man sich heute wieder in diese Zeit zurückversetzt. Aber das hieße, Äpfel mit Birnen vergleichen, denn heute sind die Voraussetzungen ganz andere. Websites müssen nicht nur in verschiedenen Browsern gut aussehen, sondern auch auf Ausgabegeräten unterschiedlicher Größe, vom Smartphone übers Tablet zum Laptop und Dektop-PC. Das funktioniert, wenn sie responsiv sind, also sich an unterschiedliche Displaygrößen anpassen. Der Grundsatz Mobile first besagt, dass die Mehrzahl der User heute Websites auf mobilen Endgeräten ansieht und Websites deshalb entsprechend aufgebaut sein sollten.

Null
Am Anfang der Digitalisierung war die Null (s. o.). Nicht die mathematische Null ist hier gemeint. Bei der digitalen Null im Sinne der Informatik geht es um Nullwerte. Damit kann gemeint sein, dass ein Datenfeld nicht belegt wurde, d. h. kein Wert definiert wurde. Es geht also um die Abwesenheit eines Werts, wobei der Nullwert aber gleichzeitig einen Wert darstellt. Klingt kompliziert? Für Normalsterbliche ja, für Nerds nein. Zwei Wertesysteme prallen aufeinander.

Open Source
So nennt man Software, deren Quelltext öffentlich ist und von anderen geändert und genutzt werden kann, und das normalerweise kostenlos. Coole Sache!

Passwort
Passwörter sind keine digitale Spezialität. Man kennt sie schon seit ein paar Jahrhunderten, die Geheimniskrämereien betrafen vor allem das Militär. Ist ja auch logisch, irgendwie sollte erkennbar werden, ob es um Freund oder Feind geht. In der digitalen Welt dienen Passwörter dem eigenen Schutz, in Verbindung mit einem Nutzernamen helfen sie bei der Identifizierung. Manchmal kommt noch die PIN dazu, die persönliche Identifikations-Nummer, die das Erkennungsverfahren noch sicherer machen soll.

Quelltext
Programme oder Software müssen von Maschinen lesbar sein. Damit auch Menschen etwas damit anfangen können, gibt es den Quelltext, der das Programm dokumentiert. Ihr wisst ja: Mit Rechtsklick im Browser könnt ihr euch den Quelltext einer Webseite anzeigen lassen.

Digitale Revolution
Wie gemacht für unser Digitalisierungs-Blog-Abc. Was das ist? So was Ähnliches wie die Industrialisierung im 19. Jahrhundert, zumindest in ihren Auswirkungen. Denn so wie damals der technische Fortschritt einen Wandel aller Lebensbereich zur Folge hatte, ist es das auch mit dem digitalen Wandel. Seit der Jahrtausendwende bestimmt die digitale Vernetzung unser Leben in der einen oder anderen Form, Smartphone und Internet sind unverzichtbar geworden. Aber die Digitalisierung und Globalisierung reicht viel weiter – Wirtschaft, Kultur, Politik eingeschlossen.

Smart Home
oder intelligentes Wohnen – braucht man jetzt einen Hochschulabschluss, um irgendwo wohnen zu dürfen? Die digitale Vernetzung von Geräten und Technik in Haus oder Wohnung ist gemeint, und die soll das Leben leichter machen. Da wird sich noch einiges tun in den nächsten Jahren.

Technik
... ist laut Duden die »Gesamtheit der Maßnahmen, Einrichtungen und Verfahren, die dazu dienen, die Erkenntnisse der Naturwissenschaften für den Menschen praktisch nutzbar zu machen«. Mit anderen Worten: Es gibt eine ziemlich große Schnittmenge zwischen Digitalisierung, Mensch und Technik.

Unicode
Lateinische, griechische, chinesische, koreanische, arabische Schrift – welche darf es sein? Es hat eine Weile gedauert, bis ein universaler Zeichensatz entwickelt wurde, mit dem sich alle Schriftzeichen abbilden lassen. Nein, nicht ganz richtig, denn abgeschlossen ist das Projekt nicht, das ist work in progress, verständlich angesichts der vielen Sprachen und Schriftsysteme. Unicord ist ein internationaler Standard, mit dem nach und nach für jedes bekannte Schriftzeichen ein digitaler Code festgelegt wird.

VoIP
Internettelefonie ist damit meist gemeint (VoIP = Voice over IP). Während ISDN bereits ein internationaler Standard für ein digitales Telekommunikationsnetz war, weist IP-Telefonie in die nächste Entwicklungsstufe der Kommunikation, die ohne die Datennetze des Internets zurzeit kaum denkbar ist.

WWW
Web, Website, Windows – nicht die Auflösung für WWW, aber ebenso Begriffe, die unlösbar mit dem Internet verbunden sind wie das World Wide Web, das eben nicht »das Internet» ist, sondern ein Bereich davon. Solche Feinheiten sollen uns aber nicht davon abhalten, mithilfe eines (Web-)Browsers unserer Wahl im Internet zu surfen.

X
In der Mathematik ist das X eine Variable, eine unbekannte Größe. In unserer Übersicht möge der Buchstabe stellvertretend für all die Entwicklungsschritte stehen, die die Digitlisierung weiter vroanbringen werden.

Yield-Optimierung
Yield ist das englische Wort für Ertrag. Auch das ist Digitalisierung: der Wunsch, den größtmöglichen Erfolg zu erzielen. Dass dieser Erfolg angesichts von Umweltkatastropehen und Klimawandel anders aussehen muss als vor Jahren, sollte klar sein. Denken wir gemeinsam um und weiter für eine menschlichere Welt.

Zuse
Der Bauingenieur Konrad Zuse (1910–1995) baute im Jahr 1941 den ersten funktionsfähigen Computer der Welt. Wie es dazu kam und was aus seiner Erfindung wurde, lest ihr im Wikipedia-Artikel.

Damit sind wir am Ende dieses absolut unvollständigen und subjektiven Digital-Alphabets. Einigen wir uns darauf, dass Digitalisierung wirklich alle Lebensbereiche betrifft. Wir sind mittendrin in einem spannenden Umwandlungsprozess.

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